Corona Krise und Immobilien

Mögliche Auswirkungen der Corona-Krise auf den Immobilienmarkt

Hallo liebe Immobilienfreunde. Heute möchten wir unsere Gedanken zur Corona-Krise in Zusammenhang mit Immobilien erläutern. Viele Eigentümer, Investoren, Finanzierungsberater, Makler und Eigennutzer stellen sich aktuell die Frage, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Immobilienmarkt haben kann. Es gibt viel Ungewissheit!

Viele Vermieter werden mit Mietausfällen konfrontiert werden, da sich die Zahlungskraft einiger Mieter verschlechtern wird. Viele Unternehmen schicken Mitarbeiter in den unbezahlten Urlaub, da es nicht flächendeckend die Möglichkeit zur Ausübung von Homeoffice gibt. Insbesondere in Branchen bzw. Bereichen, wo die körperliche Anwesenheit des Mitarbeiters erforderlich ist, ist Homeoffice keine Alternative. Hier gibt es verschiedenen Lösungen wie z. B. Kurzarbeit, Abbau von Überstunden, etc., was aber insgesamt die Finanzkraft des Angestellten schwächen dürfte. Einige Branchen wird es besonders stark treffen und die Angestellten dort, dürften besonders geschwächt werden. Als Beispiel kann die Gastronomie aufgeführt werden. Hier werden Angestellte oft auf Stundenbasis bezahlt. Sofern weniger Gastronomiebetrieb erfolgt oder sogar Schließungen staatlich angeordnet werden (Beispiel Kneipen in Berlin), wird diese Branche hart getroffen.

Sofern man sich selbst mit dem Coronavirus infiziert, sind die Verläufe und Langzeitfolgen unklar. Es gibt zwar viele Heilungen und milde Krankheitsverläufe aber auch das Gegenteil kann die Folge sein (sehr schwere Verläufe). Wie lange eine Krankschreibung finanziell abgefedert werden kann, unterscheidet sich stark. Angestellte können eine Krankschreibung meistens 6 Wochen relativ gut abfedern, da hier der Arbeitgeber i.d.R. das Gehalt fortzahlt. Aber schon in Schichtbetrieben mit Nacht- und Wochenendzuschlägen wirkt sich hier eine kurze Krankschreibung negativ auf das Gehalt aus. Zuschläge fallen ab dem ersten Tag der Krankschreibung weg. Bei Freiberuflern und Selbstständigen sind die Auswirkungen auch oft ab dem ersten Tag der Krankschreibung spürbar. Nicht jeder hat mit Versicherungen ausreichend vorgesorgt. Auch wer nicht unmittelbar betroffen bzw. infiziert ist, kann durch häusliche Quarantäne finanziell beeinträchtigt werden. Wer, ob und wie lange man sich in Quarantäne begeben muss, entscheidet wohl das örtliche bzw. zuständige Gesundheitsamt.

Auflistung möglicher Resultate:

  • Mietausfälle in allen Bereichen: kann die gesamte Wirtschaft durch Verkettung schwächen.
  • geschwächte Vermieter, die Ausfälle kompensieren müssen: Mietausfälle bei privaten und gewerblichen Immobilienkäufern führen dazu, dass vermehrt Eigenmittel zur Kompensation dienen müssen. Dies kann weiterhin dazu führen, dass weitere Investitionen vorerst gestoppt oder aufgeschoben werden.
  • weniger Investitionen durch weniger Finanzkraft insgesamt
  • ggf. etwas sinkende Immobilienpreise: Bei Anlegern mit 100% und 110%-Finanzierungen ist schnell eine Überschuldung möglich, sofern die Preise fallen. Dies kann wieder dazu führen, dass weitere Kredite erschwert zu bekommen sind.
  • Unsicherheit: Handlungen werden hinausgezögert. Es wird mehr abgewartet.
  • Weniger Umzüge: Wer nicht dringend umziehen muss, wartet eher ab, bis die Zeiten etwas ruhiger werden.
  • Weniger Finanzierungen (betrifft viele Finanzierungsberater): Die gesamte Finanzierungsbranche könnte von insgesamt weniger Immobilienkäufen geschwächt werden.
  • Weniger Verkäufe (betrifft viele Makler): Die gesamte Maklerbranche könnte von insgesamt weniger Immobilienverkäufen geschwächt werden.
  • Zinsänderungen: Denkbar sind hier verschiedene Möglichkeiten. Noch geringere Zinsen, um Käufe anzukurbeln. Jedoch auch steigende Zinsen, um das steigende Kreditausfallrisiko auszugleichen.

Klar ist, dass einige Branchen hart von der Krise betroffen sein werden.

Unser Rat:

Investitionsobjekte sollten sich auch bei einem Mietausfall oder bei preislichen Anpassungen (Objektpreise, Wertverlust) noch tragen und Rendite abwerfen. Hierzu müssen verschiedene Szenarien betrachtet werden und die Finanzierungsstruktur sollte angepasst sein. Auch ein gewisses Maß an Eigenmitteln ist empfehlenswert. Sowohl als Eigenkapital in der Investition selbst und als Sicherheitspolster, um Unvorhergesehenes abzufedern.

Bereits in unserem beliebten Smartcheck gehen wir von verschiedenen Szenarien aus, um ein Investment nicht nur unter optimalen Bedingungen zu betrachten. Wer die langfristig berücksichtigt, wird auch langfristig mit kleineren und größeren Wirtschaftskrisen fertig werden.

Weiterhin sollten Sie aktuell Vorsicht walten lassen und nicht überstürzt handeln. Beobachten Sie aufmerksam den Markt. Sofern Sie von Mietausfällen betroffen sind, empfehlen wir Ihnen, mit den Mietern zu sprechen, um ggf. Sondervereinbarungen zu treffen, um gemeinsam gut aus der Situation zu kommen. Sie sind Mieter und selbst in einem finanziellen Engpass? Sofern die Möglichkeit besteht, sprechen Sie aktiv ihren Vermieter an, um gemeinsam Lösungen zu finden.

PS: Jede Krise birgt auch immer Chancen! Was können wir daraus lernen? Wer profitiert von der Krise? Was können die Chancen sein? Mit diesen und weiteren Fragestellungen befassen wir uns aktuell. Ein Artikel hierzu folgt.

Viele liebe Grüße und bleiben Sie bitte gesund!

Team Wohnungsanalyse


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